2018 war ein Rekordjahr im Sinne der . Zum ersten Mal konnten den gleichen Anteil an Strom liefern wie Stein- und Braunkohle zusammen. Erfreuliche Neuigkeiten, die jedoch größtenteils auf die Rechnung des überdurchschnittlich heißen Sommers und den damit verbundenen Rekorderträgen aus dem weiteren Zubau von erneuerbaren Energieanlagen zu schreiben sind. Dem gegenüber steht allerdings ein spürbarer Einbruch der . Expertenmeinungen zufolge könnte sich dieser Abwärtstrend fortführen, was aus Sicht der bedenklich ist. Wirft man einen ersten Blick auf den CO2 Ausstoß im abgelaufenen Jahr 2018, so ist eine sechsprozentige Minderung festzustellen. Leider ist diese Entwicklung weniger auf aktive Klimaschutzmaßnahmen zurückzuführen, sondern viel mehr auf den milden Winter und den damit gesunkenen Energiebedarf. Wie man sieht lassen „äußere Einflüsse“ das Jahr 2018 in einem positiven Licht erscheinen. Doch es bestehen keine Zweifel. Für eine erfolgreiche braucht die Welt weitaus mehr: Veränderungswille und Konsequenz.

Zahlen und Fakten: Entwicklung von Strom aus erneuerbarer Energie

35 Prozent. Das ist der Anteil, den erneuerbare Energien im vergangenen Jahr an der deutschen Bruttostromerzeugung hatten. Damit sind erneuerbaren Energien die größte Gruppe innerhalb der Stromerzeugungstechnologien.

228 Terrawattsunden. So hoch war der Wert der Stromerzeugungsmenge aus erneuerbaren Energien noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr ist dabei ein Zuwachs von 5,6 Prozent zu verzeichnen. Was zunächst erfreulich scheint, ist im nächsten Augenblick ernüchternd. Denn der Zuwachs ausgehend vom 2016 auf 2017 betrug sage und schreibe 15 Prozent. Wo liegen die Gründe dafür? Begibt man sich auf Ursachenforschung, lässt sich die schwächelnde aus Windkraftanlagen als Hauptgrund identifizieren. Dies hatte zur Folge, dass der Zubau von Windanlagen entsprechend geringer ausfiel – sowohl Onshore (Windanlagen auf dem Festland) als auch Offshore (Windanlagen in Gewässern).

Diese negative Entwicklung konnte durch die sehr starke Stromerzeugung aus Solaranlagen aufgefangen werden. Dank des bereits erwähnten „Rekordsommers“ fiel der gewonnene Strom aus Solarquellen um starke 17,5 Prozent zulegen.

Energiewende bedeutet den Rückgang von konventioneller Energie entschieden voranzutreiben

So gut die erzielten Ergebnisse des vergangenen Jahres auch sind – der Einsatz von konventioneller Energie ist weiterhin mit kritischem Auge zu beobachten. Mit einem Anteil von 22,5 Prozent am deutschen Strommix liegt die Stromerzeugung durch Braunkohle auf Platz zwei. Im Verhältnis zur Dringlichkeit der Energiewende ist eine Senkung von lediglich 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein sehr durchwachsenes Ergebnis.

Es fehlt nach wie vor Klarheit und die Entscheidungsschleifen der Politik lassen wenig Raum für positive Spekulationen. Denn ein konkreter Beschluss und die tatsächliche parlamentarische Umsetzung hängt weiterhin von den Ergebnissen der Kohlekommission ab. Die bestehenden Unklarheit werden deshalb voraussichtlich bis Ende 2019 anhalten.

Besser sieht es bei der Reduktion von Strom aus Steinkohle aus. Hier konnte eine elfprozentige Senkung erzielt werden – ein fast schon geschichtsträchtiger Tiefstand seit dem Jahr 1949! Die Hauptursache hierfür liegt in der Abschaltung von alten Steinkohlekraftwerken und einem stark angestiegenen CO2-Preis. Hinzu kommt der überdurchschnittlich sonnige Sommer. Dieser zwang einige Kraftwerke aufgrund von Kühlwassermangel zu einer Abregelung.

Trotz der punktuellen Erfolge, die mit der Verabschiedung des erneuerbare Energien Gesetz erreicht werden konnten, hinterlässt die nach wie vor starke Präsenz der Braunkohle einen bitteren Beigeschmack, der eine schnellstmögliche Reaktion erfordert. Aktuell stellen die angehobenen CO2-Preise keinen ausreichenden Anreiz für eine komplette Stilllegung der Stromerzeugung aus Braunkohle dar, weil es bisher offensichtlich nicht gelungen ist, die Grenzkosten über das Niveau anderer fossiler Kraftwerke anzuheben. Eine denkbare Reaktion liegt daher in einem konsequenten regulatorischen Korsett, dass die Klimaschutzziele bis 2030 forciert.

Wie steht die Bevölkerung zur Energiewende und Strom aus erneuerbarer Energie?

Am Zuspruch der Bevölkerung dürfte ein konsequenterer Umgang mit der Energiewende und die zügige Umsetzung von Maßnahmen zur vermehrten Gewinnung von Strom aus erneuerbarer Energie nicht scheitern. Der Energiemonitor des Bundesverbands der Energie (BDEW) führt hierzu seit 2011 in einem regelmäßigen Rhythmus repräsentative Befragungen durch.

Das Ergebnis: Die bevölkerungsübergreifende Sensibilität für die Energiewende ist sehr ausgeprägt. Besonders auffallend ist die zu beobachtende Konstanz mit der die Befragten die Bedeutung der Energiewende einstufen. Seit Beginn der Befragung geben über 90 Prozent der Befragten an, die Energiewende als „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“ zu empfinden – Ausnahmen bilden einzig und allein das Jahr der Katastrophe von Fukushima als auch das Jahr 2016, in der die Weltklimakonferenz in Paris stattfand.

Im gleichen Zug ist jedoch hervorzuheben, dass insgesamt 64 Prozent der Befragten, Defizite in der Durchsetzung der Energiewende sehen. Große Teile der Bevölkerung stufen den Ausbau von Strom aus erneuerbaren Energien als „zu langsam“ ein und sehen insbesondere „politische Uneinigkeiten“ als eines der Kernprobleme.

Trends und Zukunft von Strom aus erneuerbarer Energie

Die energiepolitischen Ziele sind bis 2030 klar definiert. Wobei es auf dem Weg zu den hochgesteckten Zielen einer gewissen Kurskorrektur bedarf. Denn bis 2030 sollen 65 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Das Jahr 2019 ist in diesem Kontext richtungsweisend. Laut Koalitionsvertrag ist für das Jahr 2019 die Erarbeitung eines Klimaschutzgesetz angesetzt, um die nötigen Maßnahmen in einen gesetzlich verbindlichen Rahmen einzubetten und somit die Umsetzung zu beschleunigen.

Eine EEG Reform könnte angesichts der negativen Entwicklung der Windkraft eine einzuleitende Maßnahme sein, um den Ausbau von Strom und insbesondere Gewerbestrom aus erneuerbarer Energie abzusichern und dabei klaren Fokus auf eine Akzeptanzsteigerung für den Bau von neuen Windparks legt.

Ein weiterer Handlungsbedarf besteht in der Kontroverse des CO2 Preises. Bislang sind ausschließlich Unternehmen, die am europäischen Emissionshandel teilnehmen von konkreten CO2 Preisen betroffen. Die übrigen Investitionen (sowohl im privaten als auch gewerblichen Kontext) z.B. in Gebäudeinfrastruktur und Mobilität bleiben davon unberührt. Darunter leiden natürlich auch die Klimaschutzfortschritte in den genannten Bereichen. Daher ist eine gleichmäßige Neuverteilung der Kosten der Energiewende unbedingt notwendig. Denn um einen wirklich effektiven Klimaschutz zu betreiben, ist eine CO2 orientierte Energiesteuerreform unverzichtbar.