Mit einem Anteil von rund 18% an der Nettostromproduktion der Bundesrepublik, ist Windstrom die bedeutendste erneuerbare Energiequelle im deutschen Strommix. Vertrieben wird der Großteil des dadurch gewonnen Stroms per Windstrom Direktvermarktung. Mit dem Auslaufen der EEG Förderung Windkraft 2020 steht die Branche vor neuen Herausforderungen. Viele Windkraftanalgen sind nach wie vor nicht wirtschaftlich ohne staatliche Förderung. Neben den neusten technischen Entwicklungen, gilt der Netzausbau als das entscheidende Kriterium für eine erfolgreiche Integration aller Potenziale deutscher Windkraftanlagen. Im Zuge dieser Entwicklungen bauen Energiedienstleister ihre Vermarktungsangebote und Dienstleistungen rund um das Energieportfolio aus.

EEG Förderung und Windstrom Direktvermarktung

Experten sehen im baldigen Wegfall der EEG Förderung Windkraft eine ernsthafte Bedrohung für die in Deutschland. Der Gedankengang dabei ist relativ simple: Vom Wegfall der EEG Förderung Windkraft Ende 2020 sind rund 7000 Windkraftanlagen direkt betroffen. Eine Studie der deutschen WindGuard und BWE geht davon aus, dass beim derzeitigen Strompreis rund ein Viertel der Windkraftanlagen, nach Auslaufen der staatlichen Förderungen, nicht mehr wirtschaftlich sind und damit nicht weiter betrieben werden könnten. Energiedienstleister reagieren, indem sie Konzepte entwickeln, die eine passgenaue Windstrom Direktvermarktung ermöglichen. Um den definierten Klimazielen für 2050 näher zu kommen, müsste die dadurch entstehende Lücke durch erneuerbare Energiegewinnung an anderer Stelle kompensiert werden. Die EEG Förderung Windkraft ist zum momentanen Zeitpunkt dementsprechend als tragendes Element für ein Gelingen der Energiewende zu sehen.

Die Windstrom Direktvermarktung soll zusätzliche Anreize schaffen, dass Betreiber ihre Windkraftanlagen marktorientiert betreiben. Bei der Windstrom Direktvermarktung verkauft der Betreiber seinen Strom direkt – meistens über einen Dienstleister – an einen Interessenten anstatt ihn an den zuständigen regionalen Netzbetreiber weiterzugeben. Durch den Marktmechanismus entsteht dadurch ein Anreiz, verstärkt erneuerbaren Windstrom einzuspeisen, wenn die Nachfrage danach entsprechend hoch ist.

Digitalisierung der -Branche

Digitalisierung der Windenergie-Branche heißt für die größten Hersteller von Windkraftanlagen in Deutschland in erster Linie eine Verbesserung der Condition-Monitoring-Systeme (CMS). Das Augenmerk liegt also auf dem Betrieb und der Instandhaltung von Windrädern. Unter CMS können alle Sensoren zusammengefasst werden, die beispielsweise Leistungsdaten und Temperatur an die Leitstelle schicken. Besonders interessant sind dabei bestimmte Vibrationssensoren, aus deren Daten Experten genau Vibrationsmuster erstellen. Diese Vibrationsmuster helfen bei der Identifizierung von kleinsten Schäden am Windrad und erhöhen dadurch Planungssicherheit und Effektivität der Anlage. Insgesamt wird die Menge an Daten immer größer und erlaubt dadurch eine exaktere Fernsteuerung der Windkraftanlagen. In Zusammenspiel mit dem Smart Meter Rollout, kommt die BRD den Vorstellungen von einem intelligenten und flexiblen Strommarkt immer näher.

Bei der Herstellung von Windkraftanalgen liegt das Hauptaugenmerk auf der Weiterentwicklung der Produktionsstandorte im Sinne der Industrie 4.0. Das heißt, die Hersteller versuchen, den Herstellungsprozess aber auch die Bestell- und Lagerprozesse weiter zu Automatisieren. Auch bei den Windrädern selbst, gibt es technische Neuheiten. Moderne Windkraftanlagen haben einen deutlich größeren Wirkungsgrad als ihre in die Jahre gekommenen Vorgängermodelle. Das Konzept des Repowering sieht vor, dass Windräder, die aus der EEG Förderung Windkraft rausfallen und sich als nicht wirtschaftlich erweisen, durch moderne Windkraftanlagen ersetzt werden, sofern der Standort als attraktiv eingestuft wird.

Die Windstrom Direktvermarktung ist dabei verpflichtend für alle nach dem 1. Januar 2016 in Betrieb genommenen Neuanlagen ab einer Leistung von 100kW. Sogenannte Bestandsanlagen, die vor dem Inkrafttreten des EEG 2014 in Betrieb genommen wurden, können ihre Leistung optional per Windstrom Direktvermarktung oder auf eine andere Art vermarkten.

Keine Energiewende ohne Netzausbau

Die EEG Förderung für Windkraft ist laut Bundesregierung ab Ende 2020 nicht mehr nötig. Das BMWi ist überzeugt, dass die Windenergie-Branche größtenteils wettbewerbsfähig geworden ist und damit nicht mehr auf staatlich Fördermittel angewiesen. Der Erfolg dieser Maßnahme hängt neben technischer Innovation auch maßgeblich vom Netzausbau ab. Mit steigendem Anteil an erneuerbaren Energien, müssen die Netzbetreiber immer mehr Strom über teilweise sehr lange Strecken vom Erzeugungsort zum Endverbraucher leiten. Schätzungen gehen davon aus, dass die BRD tausenden von Kilometern neuer Stromstraßen benötigt, um das Potenzial optimal auszuschöpfen.

Dem im Norden produzierten Windstrom kommt dabei eine besondere Stellung zu. Allein im Jahr 2017 musste der Stromnetzbetreiber Tennet knapp eine Milliarde Dollar für Noteingriffe in das zahlen. Diese Eingriffe waren größtenteils nötig, weil die norddeutschen Windkraftanlagen zu viel Windstrom erzeugten und die Netzkapazitäten gefehlt haben, um diesen Strom in Süden des Landes zu transportieren. Die Gefahr solcher Belastungsspitzen für das steigt, mit Zunahme marktorientierter Vermarktungsmodelle wie der teilweise verpflichtenden Windstrom Direktvermarktung.